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Ebel äußert sich zur 50+1 Debatte

Ebel äußert sich zur 50+1 Debatte
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Braunschweig. Hannover 96-Präsident Martin Kind hat mit seinem Vorstoß, die 50+1 Regel kippen zu wollen, eine Lawine in Gang gebracht, die natürlich auch Braunschweig erreicht. So wurde ein Interview des Eintracht-Geschäftsführers Soeren Oliver Voigt mit der Deutschen Presseagentur, indem er sich für einen „ergebnisoffenen Austausch“ ausspricht, missverstanden. Offensichtlich sprach Voigt in diesem Interview in seiner Funktion als Mitglied des DFL-Präsidiums und nicht als Eintracht-Verantwortlicher. Trotzdem sah sich der Verein heute dazu berufen, ein Statement durch Eintracht-Präsident Sebastian Ebel auf der Vereinshomepage zu veröffentlichen, der sich zu diesem Thema folgendermaßen positionierte:

„Wir als Verein haben uns im Vorfeld der Debatte klar positioniert und daran hat sich auch nichts geändert. Wir – also sowohl das Präsidium, der Aufsichtsrat als auch Soeren Oliver Voigt – haben uns immer dafür ausgesprochen, dass die Mehrheit der Anteile an unserer Kapitalgesellschaft im Besitz des BTSV Eintracht von 1895 e.V. bleiben wird. Dazu stehen wir ohne wenn und aber! Im Übrigen stellt unsere Vereinssatzung sicher, dass allein die Mitglieder des Vereins das Recht haben, über die Veränderung von Beteiligungsverhältnissen an unserer Tochtergesellschaft zu entscheiden. Somit ist auch institutionell sichergestellt, dass die Anteile an unserer Kapitalgesellschaft ganz unabhängig von der Ausgestaltung einer ’50+1′-Regel nicht in falsche Hände geraten.

Aus unserer Sicht ist die bestehende ’50+1′-Regelung zu diskutieren und weiterzuentwickeln, da sie heute nicht rechtssicher ist und darüber hinaus Beteiligungsmodelle, bei denen die Mehrheit gerade nicht beim Verein liegen, ermöglicht. Diese Möglichkeit entspricht nicht unseren Vorstellungen.

Die aktuellen Entwicklungen machen darüber hinaus folgendes Dilemma sichtbar: Hätte das DFL-Präsidium über den nun ruhenden Antrag von Hannover 96 entscheiden müssen und diesen Antrag abgelehnt, wäre die Thematik mit hoher Wahrscheinlichkeit vor Gericht gelandet. Damit wären im nächsten Schritt Gerichte mit der Entscheidung über die Zukunft des deutschen Fußballs betraut worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre entweder vor einem ordentlichen Gericht oder aber spätestens auf EU-Kommissionsebene die Regel gekippt worden. Mit allen bekannten fatalen Folgen für den deutschen Fußball.

Wir stehen in den nächsten Jahren sicherlich an einem Scheideweg und müssen die jetzige Situation als große Chance verstehen, die aktuelle, fehlerbehafte Regelung anpassen zu können und vor allem rechtssicher zu machen. Mit Soeren Oliver Voigt haben wir einen Einträchtler im Präsidium der DFL, der unsere Interessen und die der anderen Clubs der 2. Bundesliga vertreten und damit die Entwicklung des Fußballs aktiv mitgestalten wird. Durch die Beteiligung an der Diskussion um die ’50+1′-Regel haben die 36 Profi-Clubs sowie ihre Anhänger und alle, die den Fußball lieben, jetzt die Möglichkeit, gemeinsam an dieser Zukunft zu arbeiten!“

Archivfoto: Imago