Home Eintracht Viele kleine Fehler kosten Eintracht den Sieg

Viele kleine Fehler kosten Eintracht den Sieg

Viele kleine Fehler kosten Eintracht den Sieg
0

Ein Kommentar von Tobias Bosse

Braunschweig. Eigentlich gibt es nicht großartig viel zu meckern über das Spiel der Eintracht gegen den 1. FC Nürnberg. Objektive Zuschauer dürften wie die mitgereisten Nürnberger freilich ebenfalls voll auf ihre Kosten gekommen sein – Das war Werbung für Zweitligafußball pur. Es sind viele Kleinigkeiten, die am Ende den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausgemacht haben. Dabei geht es um Fehler, die auf sowie neben dem Platz gemacht wurden und dafür sorgten, dass die Lieberknecht-Elf bereits zum siebten Mal eine Führung in dieser Spielzeit verspielte.

Eintracht-Coach Liebernecht stellte im Vergleich zum Remis in Bielefeld zweifach um: Sauer und Kijewski kamen für Yildirim und Becker. Die ständigen Rotationen auf der rechten Außenverteidigerseite lassen darauf schließen, dass auch der 44-Jährige Pfälzer noch keine passende Lösung für diese Schwachstelle in der Eintracht-Abwehr gefunden hat. Auch Maximlian Sauer sollte gegen den Club nicht ohne folgeschweren Fehler bleiben. Dafür zeigte Niko Kijewski abermals eine sehr stabile Vorstellung auf der Doppelsechs mit Louis Samson, der ebenfalls immer besser wird.

Auch der Offensive kann man aktuell kaum einen Vorwurf machen. Die Flügel Hernandez/Khelifi arbeiten sich sowohl nach vorne als auch nach hinten die Hacken wund und harmonieren bestens mit einem zentral-offensiv eingesetzten Jan Hochscheidt sowie auch mit der Sturmspitze „Manni“ Abdullahi. In dieser Kombination lief der Ball ab der 50. Minute wirklich wundervoll. Es war eine Freude den Akteueren zu zusehen. Vor allem, wenn der Ball flach gespielt wurde, hatten die Gäste keine Chance in Besitz des Spielgeräts zu kommen und wenn doch, dann hat die Eintracht mannschaftlich geschlossen hoch gepresst und den Ball sofort wiedererlangt. Ein traumhafter Angriff, an dessen Ende Hernandez perfekt auf Khelifi quer legt, muss einfach rein. Sonst rächt es sich.

Und so kam es auch: Kurz nachdem die Löwen durch „Mannis“ Tor in Führung gingen, ließ sich Sauer vom eigewechselten Tobias Werner vernaschen, der legte im Strafraum quer auf den einlaufenden Ishak. Der Ausgleich erwischte die Hausherren eiskalt und sorgte dafür, dass sie sich in die eigene Hälfte drängen ließen. In dieser Phase verzichtete Lieberknecht darauf, offensiv zu wechseln. Stattdessen brachte er mit Schönfeld und Becker zwei Defensivspieler. Nicht gerade ein Zeichen, dass man dieses Spiel noch gewinnen will – eher ein Wechsel, der andeutet, dass Ergebnis halten zu wollen. Doch zumindest den Nürnbergern reichte ein Punkt nicht. Sie spielten weiter nach vorne und wurden belohnt, weil Petrak nahezu ungehindert Flanken durfte und Ishak einfach viel Klasse im Kopfballspiel mitbringt.

Auch hier muss man fragen dürfen, weshalb es noch sechs Minuten dauerte, bis Lieberknecht auf das Gegentor mit einem offensiven Wechsel reagierte und eine Minute vor Schluss schließlich Yildirim für Kijewski brachte. Offensivere Möglichkeiten hatte der Eintracht-Coach auch gar nicht, weil er auf die Nominierung von Philipp Tietz oder Ahmet Canbaz für den Spieltagkader verzichtete. Für kommenden Spiele sollte sich die Mannschaft an den starken Phasen gegen Bielefeld und Nürnberg orientieren und sich fragen, warum sich diese tolle Leistung nicht über 90 Minuten konservieren lässt. Denn, der Abstiegskampf hat begonnen, wie auch Torsten Lieberknecht nach dem Spiel feststellen musste.

*Die Meinung des Autors spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider.