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Eintracht – Elementarteilchen unserer Seele

Eintracht – Elementarteilchen unserer Seele
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Ein Kommentar von Tobias Bosse

Braunschweig. Leidenschaft, ein Wort, das in seiner Bedeutung nicht besser geeignet sein könnte, um die Beziehung eines Mannes zum Fußballverein seines Herzens zu beschreiben. „Sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äußernder Gemütszustand“, sagt der Duden dazu. Selbstredend handelt es sich dabei um ein feminines Wort. Denn was können Frauen besonders gut mit Männern anstellen? Richtig, Leiden schaffen. Allerdings muss sich auch die Eintracht aktuell nicht verstecken, wenn es darum geht, seine Anhänger leiden zu lassen.

Das tut der Verein und die verantwortlichen Personen natürlich nicht aus böswilliger Absicht. Ich bin mir sicher, dass auch sie leiden. Aus der Sicht des Fans wird die Situation durch dieses Wissen allerdings auch nicht erträglicher. Aber was ist es, dass es vermag, unseren Seelenfrieden derartig negativ zu beeinflussen, wenn die eignen Farben in der Krise stecken? Es ist doch schließlich nur ein Spiel, oder etwa nicht?

Nein, es ist viel mehr als das, zumindest für die Fans! Mag sein, dass es manche Fußballer oder auch Trainer gibt, die Fußball lediglich als Beruf oder rationales Spiel sehen, aber als eingefleischter Fan ist das nicht möglich. Der Verein und alles wofür er steht, ist ein Teil der eigenen Identität geworden. In jüngeren Jahren, während der Persönlichkeitsfindung, hat man sich über die Werte des Vereins definiert, was dazu geführt haben dürfte, dass ein gutes Stück Eintracht in jedem von uns steckt.

Deshalb fühlen wir uns mies, wenn es sportlich, fanpolitisch oder vereinsintern schlecht läuft. Die Farben sind blasser, das Essen schmeckt fader und die Gedanken drehen sich ständig darum, wie man den Karren wieder aus dem Dreck ziehen kann. Selbstverständlich kommt dabei nicht jeder zum gleichen Ergebnis, aber allein die Tatsache, dass der Gegenüber sich ebenso den Kopf zermatert, sollte einem doch zeigen, dass die Eintracht ihm genauso wichtig ist, wie einem selbst. Doch in Foren suchen wir gerade eher nach Unterschieden als nach Gemeinsamkeiten. Dabei sind die doch viel zahlreicher.

In solchen schwierigen Zeiten sollten wir uns daher wieder unser jüngeres Ich vergegenwärtigen und uns die Werte, wegen der wir uns damals für diesen wundervollen Verein entschieden haben, vor Augen führen.  Denn wie heißt es so schön: Geteiltes Leid, ist halbes Leid!

*Die Meinung des Autors spielgelt nicht zwangläufig die Meinung der Redaktion wider.