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Basketball Löwen unterliegen hauchdünn gegen Bonn

Basketball Löwen unterliegen hauchdünn gegen Bonn
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Braunschweig. Die Führung wechselte 15 Mal. Elf Mal zeigte das Scoreboard einen ausgeglichenen  Spielstand an. Keine Mannschaft konnte sich während der gesamten Spielzeit auf mehr als sechs Punkte absetzen. All das beschreibt ein Basketballspiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hat – und dennoch zogen die Basketball Löwen nach ihrer Partie gegen die Telekom Baskets Bonn mit 73:76 geschlagen vom Feld.

Dabei hatte es das Menz-Ensemble selbst in der Hand: Beim Stand von 73:74 hatten die Löwen Einwurf in der Hälfte der Bonner. Point Guard Zygimantas Janavicius bekam mit 21 Sekunden Restspielzeit den Ball, ließ ein paar Sekunden verstreichen, bevor er sich Scott Eatherton zum Pick-and-Roll rief. Die Variante schien zu funktionieren. Janavicius striff seinen Gegenspieler ab, Eatherton rollte zum Korb, bekam den Pass. „Wir wollten den Ball zu Scott bekommen, er hat den Ball gekriegt, hätte noch Zeit für eine Täuschung gehabt – und dann gewinnen wir wahrscheinlich mit einem Punkt“, befand Headcoach Frank Menz nach der Schlusssirene. Aber Eatherton machte die Täuschung nicht. Bonns Center Julian Gamble hatte aufgespasst, blockte den Wurf des Braunschweiger Big Man – und revanchierte sich damit für eine harte Zeit, die ihm Eatherton an diesem Abend bereitet hatte.

Eathertons Dominanz

Denn: Der Center hatte einiges aus der Lektion mitgenommen, die ihm Devin Booker und Maik Zirbes bei der Klatsche in München gelehrt hatten. Sobald die Löwen den Ball in den Lowpost bekamen, war der US-Center dominant. Ob nach Pässen von Kone, Janavicius und Co, im Eins-gegen-Eins oder nach Offensivrebounds: Eatherton machte drei Viertel lang, was er wollte, punktete nach Belieben. In seiner Statline standen nach drei Vierteln bereits 21 Punkte und 7 Rebounds. „Und das im Matchup mit Julian Gamble – einem der stärksten Center der Liga“, sagte Menz.

Im Schlussviertel allerdings tauchte er ein wenig ab. Eatherton hatte sich in diversen Positionskämpfen und Reboundduellen aufgerieben. Den 10:0-Lauf, der die Löwen viereinhalb Minuten vor dem Ende mit 68:64 in Front brachte, führten seine Kollegen an. Jarekious Bradley, DeAndre Lansdowne und Thomas Klepeisz nahmen das Team in dieser Phase auf ihre Schultern.

Das München-Debakel überwunden

In der Verteidigung setzten die Löwen nach dem Debakel von München wieder auf aggressive Teamdefense. Menz‘ Ansage schien klar zu sein: Switchen und Helpside-Verteidigung nahmen den Bonner Frontcourt weitestgehend aus dem Spiel. So waren die Gäste lange Zeit auf der Suche nach ihrem offensiven Konzept, wurden zeitweise zu schweren Distanzwürfen gezwungen.

Schlussendlich hat es für die Löwen trotzdem nicht gereicht. Die zwei Punkte gehen nach Bonn. Und dennoch: Die Braunschweiger haben gezeigt, dass sie mit einem Playoffkandidaten mithalten können – und zwar über volle 40 Minuten. „Das wir mit unserer Mannschaft schon jetzt in der Lage sind, auf diesem Niveau zu spielen, war vorher wohl nicht zu erwarten“, sagte Menz. Fakt aber bleibt: Treffen die Löwen ihre Freiwürfe mit normaler Quote, gehen sie als Sieger vom Parkett. Nur elf Treffer bei 22 Versuchen sind zu wenig – aller Ausgeglichenheit zum Trotz.

Basketball Löwen: Eatherton (23 Punkte, 9 Rebounds), Lansdowne (16 Punkte, 7 Rebounds), Bradley (10), Schwartz (7), Klepeisz (6 Punkte, 5 Assists), Kone (5 Punkte, 7 Assists), Janavicius (4 Punkte, 5 Rebounds, 5 Assists), Morse (2), Figge, Alte (nicht eingesetzt), Ebert (nicht eingesetzt), Lagerpusch (nicht eingesetzt)

Foto: Christopher Vehrke