Home Eintracht Kommentar: Wer wirklich Eintrachts „wahre Fans“ sind

Kommentar: Wer wirklich Eintrachts „wahre Fans“ sind

Kommentar: Wer wirklich Eintrachts „wahre Fans“ sind
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Ein Kommentar von Tobias Bosse

Braunschweig. Wer sind die „wahren Fans“ von Eintracht Braunschweig? Sind es die, die schon gegen Herzlake dabei gewesen sind? Oder muss man 1967 zum Gewinn der deutschen Meisterschaft im Stadion gewesen sein, um sich so bezeichnen zu dürfen? Sind nur die Fans tatsächlich wahrhaftig, die jedes Auswärtsspiel mitfahren? Und hat man überhaupt das Recht sich als Eintracht-Fan zu bezeichnen, wenn man die Spiele lediglich im Fernsehen mitverfolgt? Meine Meinung dazu ist: Diese Frage ist die dümmste, die sich Anhänger von Sportvereinen stellen können – Erst recht, wenn der Name des Vereins „Eintracht“ lautet, ist diese Fragestellung redundant!

Eintracht, das bedeutet ein Zustand der Harmonie und des freidlichen Zusammenlebens, wenn man dem Duden Glauben schenken mag. Blickt man aktuell aber in diverse Foren oder auf Kommentare in den sozialen Netzwerken, bekommt man den Eindruck, dass man in der Fanszene lieber nach Unterschieden als nach Gemeinsamkeiten sucht. „Wenn Ihr wahre Fans wärt, dann würdet Ihr…“ oder der ewige Konter auf kritische Meinungsäußerungen „dann geh doch zum VfL“ sind häufige Rollentreppenworte, die Diskussionen auf ein anderes, tieferes Niveau bringen. Einen Konsens wird man so jedenfalls nie erreichen.

Wir müssen es als Fanszene schaffen, empathischer für unterschiedliche Wahrnehmungen und Meinungen zu werden. Wir müssen eine Diskussionskultur zu lassen, die uns durch die sozialen Netzwerke ermöglicht wurde, ohne den Gegenüber direkt zu beleidigen, wenn einem die Meinung nicht passt. Wir müssen akzeptieren, dass jeder andere Wünsche und Vorstellung zu der Entwicklung seines Vereins hat. Und vor allem müssen wir aufhören, uns übereinander erheben zu wollen. Keiner ist besser als der andere! Wir alle lieben die Eintracht – Jeder auf seine Art.

Und die Eintracht ist mehr als einzelne Personen, die im Kubus sitzen oder auf der Tribüne stehen. Wir sind alle nur eine Randnotiz in einer glorreichen Idee von Eintracht Braunschweig, die die Gründer vor mehr als 120 Jahren einmal zu Papier brachten und jahrzehntelang verkörperten. Lasst uns mit diesem Erbe zukünftig wieder verantwortungsvoller umgehen und den gegenseitigen Respekt als oberste Priorität setzen. Nur wenn wir als Fanszene geschlossen auftreten, können wir dem gefährlichen Wandel im deutschen Fußball sowie in Braunschweig entgegentreten. Damit wir alle zukünftig wieder voller Stolz sagen können: WIR sind Eintracht! Denn am Ende ist Eintracht nur eine Idee, die von Fans mit Leben gefüllt werden muss!

*Die Meinung des Autors spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider.