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Das ist Eintrachts größtes Problem!

Das ist Eintrachts größtes Problem!
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Ein Kommentar von Tobias Bosse

Braunschweig. Auch wenn das Glas für Torsten Lieberknecht immer noch halbvoll ist, wie er auf der Pressekonferenz nach dem erneuten Unentschienden gegen den SV Sandhausen sagte, dürfte auch der Eintracht-Coach nicht wirklich zufrieden mit dem Saisonstart von Eintracht Braunschweig sein. Aber woran liegt die derzeitige Erfolglosigkeit? Optisch und auch statistisch ist die mangelhafte Passquote der Lieberknecht-Elf dafür hauptverantwortlich.

Das Passspiel ist der Herzschlag einer Mannschaftssportart. Da ist der Fußball keine Ausnahme. Sicher kann individuelle Klasse oftmals den Unterschied machen, aber das Fundament ist ein anständiges Passspiel. Bei Eintracht Braunschweig fehlt dies aktuell noch: In der laufenden Saison landet jeder vierte Pass beim Gegenspieler. Im Ligavergleich stehen die Löwen damit auf Rang 14. Noch dazu spielt Eintracht generell sehr wenig Pässe – Insgesamt 1075 Pässe. Ein Großteil der Konkurrenz spielte mindestes 50 Prozent mehr Pässe bislang, Dynamo Dresden sogar fast doppelt so viele.

Passen kann man halt nur, wenn man in Ballbesitz ist und hier liegt das nächste Problem, das mit dem vorherigen korreliert: Eintracht hat zu wenig Ballbesitz! Lediglich 46 Prozent oder 41 Spielminuten befindet sich das Spielgerät auf Seiten der Blau-Gelben. Ein Wert, der in der 2. Liga nur für Platz 15 reicht. Diese Werte lesen sich auch nicht besser, wenn man weiß, wo sich der Ball meistens befindet, wenn Eintracht ihn dann doch mal hat, nämlich in der Abwehr.

Nach Mirko Boland (67 Ballkontakte), der mit Abstand die meisten Ballkontakte pro Spiel hat, kommen direkt dahinter Joe Baffo (55), Gustav Valsvik (50), Ken Reichel (48) und Jasmin Fejzic (40). Damit hat unser Keeper die Pille sogar fast doppelt so oft am Fuß wie Christoffer Nyman (21) oder Onel Hernandez (21). Und genau hier beißt die Maus den Faden ab: Eintracht spielt zu wenig vertikale Bälle in den Fuß. Wenn es mal tief geht, dann meistens hoch und schmutzig. Soll heißen, wir kommen zu selten in die Gefahrenbereiche und wenn, dann oft zu ungenau.

Dabei können einem die Stürmer und Flügelsspieler nur leid tun. Denn die für sie bestimmten Bälle werden allzu oft entweder hüft- kopf- oder brusthoch gespielt. Eine direkte Ballmitnahme oder gar ein Doppelpass ist so natürlich nicht möglich. Ganz im Gegenteil, erleichtert es dem Gegenspieler einen Ballverlust zu erzwingen. Die Frage ist: Wie kann dieser Mangel möglichst schnell behoben werden? Eine mögliche Variante wäre, einen spielstarken Sechser wie Yildirim oder Dacaj aufzustellen, der sich für den Spielaufbau tief zwischen die Innenverteidiger fallen lässt. Ihm zur Seite wird ein defensivdenkender Sechser wie Moll oder Samson gestellt, der ihm den Rücken frei hält. Ob das Besserung bringt, ist fraglich. Klar ist aber, dass sich etwas ändern muss!

*Die Meinung des Autors spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider.

Archivfoto: Imago/Jan Hübner
Statistik: Sportdaten.bild.de