Home Eintracht Einfach mal drei Punkte nehmen und Fresse halten!

Einfach mal drei Punkte nehmen und Fresse halten!

Einfach mal drei Punkte nehmen und Fresse halten!
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Die Heulsusen der Woche: Jeder der nach dem 1:0 Sieg gegen den VfL Bochum etwas zu meckern hatte! Sätze wie: „Ja, hätten sie schon mal gegen 1860 und Nürnberg gepunktet, dann wären wir jetzt ganz vorne“ oder „Da hatten wir mehr Glück als Verstand bei dem Sieg. So wie wir gespielt haben, hätten wir eigentlich verlieren müssen“, zeugen zwar nicht gerade von großem Fußballsachverstand, aber laufen wenigstens nicht völlig am Leben vorbei wie die ewigen „Lieberknecht raus“– Rufer und Zuck– Ausbuher.

Von Tobias Bosse

Auch wenn wir die Spiele gegen die Münchner Löwen und den Club hätten gewinnen können, erwischten wir beide Mannschaften zu ihrer bisherigen Saisonbestform. Glaubt ihr nicht? 1860 gewann nach unserem Spiel zuhause gegen St. Pauli 2:0 und spielte anschließend 4:4 in Paderborn. Und der 1. FCN gewann gestern sogar 4:0 bei Pauli. Wir wissen ja am Besten wie scheiße man auf dem Kiez auch aussehen kann. Ich meine, hallo, wir sind auf Platz 4. mit nur einem Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz.

Wir wissen ja am Besten wie scheiße man auf dem Kiez auch aussehen kann.
Wir wissen ja am Besten wie scheiße man auf dem Kiez auch aussehen kann.

Die Eintracht-Löwen hingegen konnten an ihrer Serie festhalten, nach jeder Niederlage zu punkten und das sogar dreifach gegen einen direkten Konkurrenten. Ganz selten. Das wir am Ende fast wieder um zwei Punkte betrogen wurden, lag kaum an einer schwachen Mannschaftsleistung. Zwei Tore wurden der Lieberknecht-Elf aberkannt. Das Holtmann-Tor (Übrigens wieder sehr geil gemacht von der #38), war eine absolute Frechheit abzupfeifen. Ken Reichel spiel den Ball und zwar nur den Ball. Dafür sieht er Gelb? Beim vermeintlichen Tor von Joe Baffo, kann man sicherlich argumentieren, dass sich Decarli im Abseits bewegt und eventuell den Torwart behindert. Baffo allerdings stand nicht im Abseits!

Zum Spiel an sich lässt sich sagen, dass wir wieder einmal zu Null gespielt haben und die Abwehr einen der besten Angreifer der Liga (Terrode) völlig aus dem Spiel nahm, so dass dieser ausgewechselt wurde. Die Dreier-bzw. Fünferkette ist defensiv wie offensiv eine absolute Bereicherung für das Spiel der Eintracht. Außerdem finden sich Adam Matuschyk und Nik Omladic immer besser zusammen. Wobei Adam die klassische „Sechs“ spielt und eher ein Auge nach hinten wirft, während Nik eher der „Achter“ ist und für den offensiv-kreativen Teil der Mitte zuständig ist. Jedenfalls bringt das Torsten Lieberknecht in eine angenehm unangenehme Situation, denn durch die Genesung von Mirko Boland drängt ein absoluter Leistungsträger zurück auf seine angestammte Position. Die Frage wird sein: Wer der Verlierer dabei wird und sich auf der Bank wiederfindet.

wieder sehr geil gemacht von der 38
wieder sehr geil gemacht von der 38

Was die Flügelzange Khelifi/Holtmann angeht, war ich schon Fan und Forderer als sie noch gar nicht zusammen auf dem Platz standen. Das Duo erinnert stark an alte drittliga Zeiten mit Boland und Bellarabi auf dem Flügel, als wir den Gegnern die Konter nur so um die Ohren gehauen haben. Es macht einfach Spaß den beiden flinken Technikern bei der Arbeit zu zusehen. Vor allem wenn man bedenkt wie alt die beiden erst sind und was sie noch für Potenziale haben. Im Sturm bekam Mads Hvilsom erstmals vor heimischen Publikum die Möglichkeit sich von Anfang an zu präsentieren. Er hatte es nicht leicht. Viele lange hohe Bälle, die eher auf das Spiel von Berggreen ausgelegt sind, wenig bis gar nix in den Fuß. Er ackerte trotzdem wie ein Gaul für sein Essen. Symptomatische Szene war die Vorarbeit zum 1:0. Hvilsom setzt sich mit viel Arbeit und Antritt gegen seinen Bewacher durch, hebt den Kopf und legt wundervoll zurück auf Salim. Später war ihm die Seltenheit seiner Einsätze konditionell anzumerken und Lieberknecht hätte früher wechseln können. So oder so, Hvilsom hat sich den Arsch aufgerissen und auf jeden Fall für weitere Aufgaben empfohlen.

hebt den Kopf und legt wundervoll zurück auf Salim
hebt den Kopf und legt wundervoll zurück auf Salim

Die Show ist natürlich erst vorbei, nachdem die „Fat Lady“ gesungen hat. Natürlich ist unser Schlussmann, Rafal Gikiewicz alles andere als fett, aber er ist neben Salim Khelifi zur Zeit der Mann bei der Eintracht. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass eben diese beiden auch das Spiel gegen Bochum entscheiden sollten. Salim mit seinem fünften Saisontor und Rafal mit dem gehaltenen Foulelfmeter in letzter Minute. Episch! Dieser Typ bringt alles mit. 100% Leidenschaft, 100% Siegeswille, 100% EINTRACHT!

Lasst mich noch ein Wort über die Stimmung verlieren, nachdem das ja auch schon vor dem Spiel Thema war. Vielleicht lag es daran, dass ich selbst schon eine gut biergetränkte Freitagabendstimmung hatte, aber mir persönlich kam es deutlich lauter und stimmungsvoller als in den letzten Wochen vor. Hoffentlich war das nur ein Vorgeschmack auf den Jahresabschluss beim Heimspiel gegen Kaiserslautern mit fetter 120-Jahr Choreo.

Heimspiel gegen Kaiserslautern mit fetter 120-Jahr Choreo.
Heimspiel gegen Kaiserslautern mit fetter 120-Jahr Choreo.