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Kickern ist auch Sport

Kickern ist auch Sport
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Ein kontroverses Thema: Sind Kneipensportarten wie zum Beispiel Kickern, Darten oder Air-Hockey ernsthafte Sportarten? Wir wollen das eigentlich gar nicht beurteilen und haben uns daher beim „Tanz in den Mai“ mal in Braunschweigs-Kickerszene umgesehen und -gehört. Dabei waren wir im altehrwürdigen „Movie“, dem neuen Szenelokal „Luke 6“ und der Rotlicht-Blume „Haifischbar“ zum kleinen Stelldichein.

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Movie

Im Herzen der Braunschweiger Innenstadt liegt seit gefühlt anno 1630 das Movie. Mehr Nostalgie und Kneipenatmosphäre geht kaum. Hier haben schon Eintracht-Größen wie Helmuth Johanssen und Joachim Bäse gesessen und sich ihr Herrengedeck gegönnt. Der Kickertisch liegt etwas im Vorborgenen, an den Spielautomaten vorbei, hinten rechts. Dort hat man aber viel Platz und Armfreiheit. Zusätzlich kann man als neutraler Beobachter viele Ecken finden, um einen guten Blick auf das Spielfeld zu haben.

Wir sind seit der Schulzeit am Kickern
(gestreifter Pulli ist Olli, 32 Jahre und Lehrer. Roter Pulli ist Nikolai, 29 Jahre, Gesundheitswissenschaftler)
Zitat: „Wir sind seit der Schulzeit am Kickern und wenn wir mal Kinderfrei sind, dann ist es der beste Zeitvertreib.“
„Wenn Curling ein Sport ist, dann ist es Kickern auf jeden Fall.“
„Wir sind immer ein bisschen betrunken beim Kickern.“

 

Luke 6

Noch relativ jung in Braunschweigs Kneipenszene, aber schon voll akzeptiert. Wie der Laden selbst ist auch das Publikum deutlich jünger als im Movie. Und während sich in der Eintracht-Kneipe vornehmlich Hobby-Kicker um den Tisch versammeln, trifft sich in der Luke die Elite des Tischfußballs. Zumindest erhält man als Außenstehender den Eindruck, wenn man sieht, wie die Griffe präpariert werden und eigene Handschuhe zum spielen mitgebracht werden.

Der schwerste Gegner war immer die Kneipe
(LRG-Shirt ist Phillip, 25 Jahre, Industrie-Elektroniker) spielt professionell seit 5-6 Jahre bei TSC Dampframme e. V.
Zitat: „Der schwerste Gegner war immer die Kneipe.“
„Früher war ich öfter unterwegs, jetzt nur noch 4-5 Stunden die Woche.“

 

Haifischbar

Wer es richtig schön urig mag und nichts dagegen hat, sich die Hände schmutzig zu machen, der sollte sich Richtung Rotlichtviertel begeben. Dort findet man nach einigen Schnapsleichen ein wahres Schätzchen, denn auch wenn die Haifischbar von außen etwas unscheinbar wirkt, ist innen der Teufel los. Immer voll, immer gute Laune. Und wer entspannt einen auskickern will, der kommt auch auf seine Kosten. Zwar etwas um die Ecke im kleinen Kämmerlein, aber passend zum Ambiente halt.

könnte aber auch Profi werden
(der linke mit Tattooarm ist Andre, 27 Jahre, Angestellter und arbeitet ab und zu in der Haifischbar) Daher ist er selten woanders.
Zitat: „Ich mach das nur als Hobby, könnte aber auch Profi werden, die Zeit ist mir aber zu wertvoll.“
„Das geile am Kickern ist, dass Spaß und Fair-Play im Vorderbrund stehen. Habe hier noch nie intolerante Menschen getroffen.“