Home Eintracht Ein echter „Zehner“ – Eros Dacaj

Ein echter „Zehner“ – Eros Dacaj

Ein echter „Zehner“ – Eros Dacaj
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Braunschweig. Es ist kurz nach 18 Uhr als Eros Dacaj leicht gestresst am Nachwuchsleistungszentrum ankommt. Er ist spät dran für das Training der U 19, wieder mal. Denn der 18-Jährige ist nach seinem Wechsel zur Eintracht, im Sommer vor zwei Jahren nicht nach Braunschweig gezogen, sondern pendelt fünf Mal in der Woche die 100 Kilometer von Northeim nach Braunschweig mit der Bahn. Ein strammes Programm, das der Deutsch-Albaner fast jeden Tag abspult. Auschlaggebend dafür waren seine Eltern, die darauf bestanden haben, dass ihr Sohn zuerst sein Abitur abschließt, und da sei ein Schulwechsel nicht gerade hilfreich. „Klar ist das manchmal anstrengend, aber in ein paar Monaten habe ich es ja geschafft“, freute sich Dacaj über das Ende seiner Schulzeit. Wohlwissend das der Beruf „Fußballprofi“ nicht für die Ewigkeit ist.

Eros Dacaj leicht gestresst am Nachwuchsleistungszentrum ankommt.
Eros Dacaj leicht gestresst am Nachwuchsleistungszentrum ankommt.

Das er jedoch anstreben würde sein Geld eines Tages mit Fußballspielen zu verdienen, war dem Northeimer schon früh bewusst. Die ganze Familie sei etwas „Fußballverrückt“ und sein Cousin übe den Sport beispielsweise in Belgien professionell aus. Das hat den klassischen Zehner geprägt, der zuweilen zurückhaltend –manche behaupten gar lethargisch wirkt, aber dennoch genau weiß was er will und wie er es bekommt. Selbiges gilt für sein Spielverhalten auf dem Platz; hohe Passquoten und enorme Torgefahr zeichnen den Spielmacher aus. Der sich über seine Rolle in der Mannschaft, sowie dessen Bedeutung durchaus im Klaren ist. Seine Schnelligkeit und Körperspannung müsse er noch verbessern, reflektierte der Ibrahimovic-Anhänger, dessen erfolgssichere Art dem A-Jugendlichen imponiert.

Das hat den klassischen Zehner geprägt,
Das hat den klassischen Zehner geprägt,

Eros selbst kommt mit einer selbstbewussten Attitude daher, die keines Falles überheblich wirkt. Die neue Generation von Fußballern eben. Einer wie Karim Bellarabi, denke ich mir und frage Eros, ob er dessen Werdegang verfolgt hat. „Natürlich“, antwortet er „Karim ist ein gutes Beispiel für uns alle hier“, so der Deutsch-Rap Fan weiter. Ob Torsten Lieberknecht bei ihm ein ähnliches Potenzial sehe wie bei Karim damals, kann er zwar nicht beantworten. Ist sich aber sicher, den Trainer der Ersten von seinen Fähigkeiten überzeugen zu können. Das wird allerdings erst im Sommer nächsten Jahres zum Thema, wenn Eros den Schritt zu den Profis schaffen will.

Ob Torsten Lieberknecht bei ihm ein ähnliches Potenzial sehe wie bei Karim damals, kann er zwar nicht beantworten.
Ob Torsten Lieberknecht bei ihm ein ähnliches Potenzial sehe wie bei Karim damals, kann er zwar nicht beantworten.

Besonders die Atmosphäre im Eintracht-Stadion hat es ihm angetan. „Da hofft man natürlich auch mal auf dem Platz zu stehen und diese Fans im Rücken zu haben“, blickte er voraus. Bis dahin spielt der Top-Scorer bei den A-Junioren, für Sascha Eickel, den er als guten-und sehr kommunikativen Trainer bezeichnet. Zusammen haben die beiden, gemeinsam mit dem Team noch einiges vor. Als Aufsteiger bekleiden sie zur Zeit einen hervorragenden dritten Platz in der Bundesliga. An dem Eros mit sieben Toren und drei Vorlagen nicht ganz unschuldig ist. Das blieb auch dem Albanischen Verband nicht unverborgen, die ihn bereits zu einem Besuch einluden. Und sollte sich das Mittelfeld-Talent jemals für ein Land entscheiden müssen, würde er sich für die Heimat seiner Eltern entscheiden, nicht für die seine. Denn geboren ist Eros in Deutschland.
Ob er grundsätzlich für Vereine wie VfL Wolfsburg oder RB Leipzig spielen würde, wollte ich abschließend von ihm erfahren. Wobei Eros nichts verneinte, aber durchblicken ließ, dass ihm traditionsreiche Vereine deutlich sympathischer sind, als jene mit vorwiegend monetären Interessen. Ein Stück Eintracht scheint er also bereits verinnerlicht zu haben.

„Da hofft man natürlich auch mal auf dem Platz zu stehen und diese Fans im Rücken zu haben“
„Da hofft man natürlich auch mal auf dem Platz zu stehen und diese Fans im Rücken zu haben“