„Scheiß Bullen“: Polizei zieht Anti-RB Karnevalswagen vorzeitig raus

„Scheiß Bullen“: Polizei zieht Anti-RB Karnevalswagen vorzeitig raus

„Scheiß Bullen“: Polizei zieht Anti-RB Karnevalswagen vorzeitig raus

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Es sollte das lustige Alternativprogramm der aktiven Fanszene zum Rückrundenauftakt in Leipzig werden, der ja bekanntlich boykottiert wurde. Am Ende wurde es ein Desaster. Zumindest aus der Sicht der Fans, denn die Polizei entschied, den Umzugswagen vorzeitig vom Karnevalsumzug auszuschließen und die Personalien der Beteiligten aufzunehmen. Grund dafür sollen laut dem FanRat einige „Scheiß Bullen“-Rufe gewesen sein, die natürlich den „Roten Bullen“ aus Leipzig galten. Jenes war ja auch das Motto des Themenwagens „Anti-RB“.

Bereits zu Beginn des Umzugs kam es an vermehrten Stellen der Braunschweiger Innenstadt zu Kontrollen der Polizei, die bei den Eintracht-Fans Pyromaterialien vermuteten. Allerdings blieb die Suche der Polizei gänzlich erfolglos. Trotzdem wurden bereits hier Personalien aufgenommen und vereinzelte Platzverweise ausgesprochen. Natürlich deeskalierte  dieses Verhalten der Polizei die Gemüter der Karnevalisten nicht gerade, denn niemand war gekommen, um Ärger zu machen, sondern um zu feiern. Aber Kontrollen müssen sein und solange diese mit dem nötigen Respekt durchgeführt werden, hat damit sicherlich auch niemand ein Problem. Es ist halt wie immer die Art und Weise, die die Musik macht. Im weiteren Verlauf des Umzugs soll es dann zu den oben erwähnten „Scheiß Bullen“-Rufen von Teilnehmern des Anti-RB Wagens gekommen sein. Auf der Facebookseite „Blau-Gelbe-Hilfe e.V.“ äußern sich die Verantwortlichen folgendermaßen zu den Vorwürfen der Polizei: „Weder die Eintracht-Fans, die am Umzug teilgenommen haben noch die, die das Spektakel vom Straßenrand aus verfolgten, wollten die Polizei provozieren. Der geschmückte Karnevalswagen war gegen RedBull Leipzig gerichtet. Eventuelle Gesänge ebenfalls.“

Die Polizei entschied sich daraufhin, den Wagen vom Umzug auszuschließen und alle Personalien der Teilnehmer festzuhalten. Grundsätzlich ist die Polizei aber zufrieden mit dem Ablauf des Schoduvel in Braunschweig. „Es gab nur wenige Ereignisse, die ein polizeiliches Einschreiten notwendig machten“, wusste zum Beispiel Gesamteinsatzleitern Cordula Müller zu berichten. Offensichtlich war eines dieser Ereignisse das oben beschriebene. Die Organisatoren des Eintracht-Umzugswagens zeigten sich schockiert und sprachlos ob des Vorgehens der Polizei. „Uns fehlen zugegebenermaßen ein wenig die Worte und können die von der Polizei getroffenen Maßnahmen nur als Schikane bezeichnen„, heißt es weiter auf der Blau-Gelbe-Hilfe Facebookseite.

Die Polizei äußerte sich bislang noch nicht im Einzelnen zu den Vorkommnissen. Auf Nachfrage unserer Redaktion wurden wir auf folgende Meldung verwiesen: „Bei 240 Personen wurden Identitätsfeststellungen durchgeführt. Darunter waren auch 35 die sich auf dem Motivwagen der „Ultra-Szene“ befanden. Einigen von ihnen wird vorgeworfen, dass sie mit Schmähgesängen und Rufen Beleidigungen begangen haben sollen.“

Foto: Bernhard Grimm/ FanRat Braunschweig e.V.

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