Offener Brief: FanRat fordert sofortige Einstellung aller Verfahren

Offener Brief: FanRat fordert sofortige Einstellung aller Verfahren

Offener Brief: FanRat fordert sofortige Einstellung aller Verfahren

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Wie wir bereits gestern berichteten, ereignete sich während des Braunschweiger Schoduvels ein Vorfall zwischen den Organisatoren und Beteiligten des „Anti-RB“- Mottowagens, der vom FanRat offiziell angemeldet wurde, und der Polizei Braunschweig. Die Polizei nahm gestern in einer Kurzmeldung Stellung zu den Ereignissen. Nun äußerte sich auch der FanRat in einem offenen Brief an Polizeipräsident Pientka.

Dort weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass man sich im Vorfeld sehr über die Teilnahme am Braunschweiger Karnevalsumzug gefreut habe und sich dem Thema „Jetzt erst Recht“ anschließen wollte. Daher wurde das Motto des Umzugswagens sowie alle weiteren Vorhaben transparent dargelegt und ein Dialog mit der Polizei geführt, um anschließenden Missverständnissen vorzubeugen. „Im Vorfeld des Schoduvels wurden viele Telefonate geführt. Szenekundige Beamte erkundigten sich bei unseren Anmeldern, was rund um den Karneval so geplant sei. Wir haben die maximalmögliche Transparenz geboten, auf Pyrotechnik wurde verzichtet und auch sonst alles getan, um einen fröhlichen, familienfreundlichen und gelungenen Schoduvel zu veranstalten“, heißt es auf der Homepage des FanRates Braunschweig e.V.

Weiterhin macht der FanRat aufmerksam darauf, dass sich eine bunte Mischung der Eintracht-Fanszene auf dem Wagen befand, die von jung bis alt Spaß an der Veranstaltung hatte. Mit dem Spaß soll es auf höhe der Stadthalle aber vorbei gewesen sein. Dort wurde der Umzugswagen zum Stehen gebracht und von der Polizei „eingekesselt“. Eine Weiterfahrt oder planmäßige Beendigung des Schoduvels blieb damit verwehrt. „Der Vorwurf: Es bestünde gegen die Teilnehmer auf dem Wagens der Verdacht der Beleidigung, da es am Hagenmarkt den Ruf ‚Bullenschweine‘ gegeben haben soll„, so der FanRat. Dieses Szenario erweckte selbstverständlich die Aufmerksamkeit anderer Karnevalisten und wird vom FanRat als Bloßstellung empfunden. „Eine Situation, in der sich bis dato unbescholtene Bürger wie Verbrecher fühlen mussten und deren Nachwirkungen auch am heutigen Tag bei den Betroffenen schmerzlich zu spüren sind“, kritisierte der FanRat das Verhalten der Polizei.

Weiterhin will der FanRat gar nicht ausschließen, dass es Rufe wie „Bullenschweine“ etc. gegeben haben könnte. Verweist aber mit Nachdruck auf das zuvor bekannte Motto und die damit verbundene Kausalität der Zweideutigkeit dieses Ausrufs. „Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch mal gegen die roten ‚Bullen’aus Leipzig gesungen, aber niemand – und wirklich niemand – hat in dem Moment an die Polizei gedacht“, heißt es im offenen Brief. Die nun folgenden Verfahren bezeichnet der FanRat als „Farce“ und fordert am Ende des Briefs eine „sofortige Einstellung des Verfahrens“ sowie „eine öffentliche Entschuldigung der Polizei.“

Foto: Bernhard Grimm/ FanRat Braunschweig e.V.

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